Geschichte
Erstmals 1761 wurde die Staupe in Spanien beschrieben. Man vermutet, dass sie aus Asien oder Peru eingeschleppt wurde. Von Spanien aus verbreitete sie sich über ganz Europa. Eine erste genaue Beschreibung wurde von Eduard Jenner 1809 verfasst. 100 Jahre später erkannte Carré, dass es sich um einen Virus handelt.

Klassifizierung
Das Staupevirus gehört zur Familie: Paramyxoviridaen Gattung: Morbillivirus

Übertragung
Das Staupevirus wird hauptsächlich durch Speichel, im späteren Stadium auch über Kot und Urin verbreitet. Bereits fünf bis acht Tage nach Kontakt mit dem Virus gibt das infizierte Tier schon Viren an seine Umgebung ab. Problemlos kann das Virus durch Schuhe, Hände und Kleidung auch vom Menschen zu sonst isolierten Tieren übertragen werden. Je nach Temperatur kann das Virus bei Wärme bis zu drei Tage, bei trockener Kälte vermutlich sogar mehrere Monate überleben. Hunde, Großkatzen, Robben, Marder, Waschbären, Skunks, Füchse und Frettchen können an Staupe erkranken. Bei Katzen ist eine Ansteckung bisher symptomlos, aber sie können ebenfalls Überträger sein.

Symptome beim Frettchen
Bei Frettchen unterscheidet man 3 Staupeformen:

  • Darmstaupe: Durchfall wässrig, blutig, Erbrechen
  • Lungenstaupe: Atemprobleme, Lungenentzündungssymptome mit Nasen- und Augenausfluss oft eitrig, hohes Fieber
  • Nervöse Staupe: Nerven- und Gehirnschädigung, Lähmungen, Zittern und Gleichgewichtsstörungen.

  • Steckt sich das Frettchen an, treten nach ca. einer Woche erste Symptome auf. Das Frettchen ist schlapp, frisst weniger und hat eventuell Fieber. Es kommt zu wässrigem Nasen- und Augenausfluss, der mit zunehmendem Verlauf dann zäher bis eitrig werden kann. Des Weiteren haben die erkrankten Frettchen oft Durchfall und Erbrechen, sowie Atembeschwerden, Husten bzw. Lungenentzündung. Sämtliche inneren Organe können geschädigt werden. Der Krankheitsverlauf kann von Tier zu Tier sehr unterschiedlich sein und führt im besten Fall zu bleibenden Schäden an den Zähnen oder an den Fußballen. Bei vielen Frettchen sind die Lymphdrüsen und die Milz angeschwollen, oder sie haben eine Hinterhandschwäche. Diese Symptome müssen nicht zwangsläufig alle und auch nicht in gleicher Reihenfolge auftreten. Bisweilen kann auch zwischen den einzelnen Symptomen eine Phase sein, in der das Tier sich scheinbar erholt, dann jedoch wieder typische Krankheitssymptome bekommt, die bis hin zum Kreislaufzusammenbruch und somit zum Tod führen können.

    Prognose
    Die Prognose ist von der Form und der Schwere der Erkrankung abhängig. Todesfälle sind sehr häufig und Frettchen, die eine Staupe-Infektion überleben, behalten oft lebenslange Schäden zurück. Die nervöse Staupe gilt als gefährlichster Verlauf der Staupe. Das Frettchen bekommt irreversible Schädigungen des Gehirns. Dies führt zu nervösen Ticks, Zittern, Gleichgewichtsstörungen Lähmungen und Krampfanfällen. Dieses schwere Stadium der Staupe endet immer tödlich. Bei geimpften Frettchen ist ebenfalls eine Ansteckung mit der Staupe möglich, aber im Gegensatz zu nicht geimpften Tieren haben geimpfte Frettchen eine deutlich höhere Überlebenschance.

    Medizinisches Erkennen von Staupe und Behandlung
    Staupe kann frühestens ab dem fünften Tag nach der Infektion eindeutig diagnostiziert werden. Die virale DNA kann mittels PCR im Blut, Rückenmark, Harn (Teststreifen) oder einem Bindehautabstrich nachgewiesen werden. Der Nachweis der Viren im Kot mittels Elektronenmikroskop ist nicht eindeutig, da eine Abgrenzung zu harmlosen enteralen Paramyxoviren nicht möglich ist. Eine Therapie kann nur symptomatisch erfolgen, das heißt man kann nur das Immunsystem unterstützen und dem Frettchen gegen das in diesem Moment auftretenden Krankheitsbild unterstützend Medikamente verabreichen.

    Vorbeugung
    Frettchen sollten einmal jährlich gegen Staupe geimpft werden. Da der Hundeimpfstoff nicht für Frettchen zulässig ist und auch gerade gegen Staupe nur schlecht schützt sollte man darauf achten, dass der Tierarzt den Frettchenimpfstoff Febrivac Dist impft. Welpen die vor der 10. Woche geimpft werden, brauchen nach 4 Wochen eine 2. Staupeimpfung. Welpen, die nach der 10. Woche geimpft werden brauchen nur eine Impfung.

    Verbreitung der Staupe heute
    Seit 2010 werden in Baden-Württemberg und Bayern eine auffällige Häufung der Staupe-Fälle registriert. Ebenso in Berlin, und auch in NRW, Thüringen, Niedersachsen, Saarland, Hessen und Holstein wurden Staupefälle bekannt. Jedes Jahr werden es mehr Fälle in Deutschland. Bisher hauptsächlich in Wildtierbeständen, aber auch Haustiere erkranken jetzt immer häufiger.

    Dieser Text wurde von Petra Prüser bereitgestellt. Vielen Dank!