Frettchen haben einen Eigengeruch, den nicht jeder mag. Auch die Hinterlassenschaften, welche im Klo nicht verbuddelt werden, riechen natürlich unangenehm. Deswegen sollte unbedingt vor der Anschaffung ein Schnupperbesuch gemacht werden, ob man mit diesem Geruchscocktail zurechtkommt. Durch regelmäßiges Leeren der Klos, Reinigen der Wohnung und Waschen der Kuschelsachen, lässt sich die „Geruchsbelästigung“ minimieren.
Frettchen sind sehr soziale Tiere, die niemals alleine gehalten werden dürfen.  Mindestens zu zweit noch besser zu dritt.

Warum sind drei Frettchen besser als zwei?:

  • Oft gibt es bei nur zwei Frettchen die Situation, dass eines spielen und das andere schlafen möchte. Bei drei Frettchen ist die Chance höher, dass zwei zur gleichen Zeit aktiv sind. Diese Chance steigt natürlich, je größer die Gruppe wird.

  • Sollte eins der beiden Tiere überraschend sterben, steht der Besitzer nicht unter Druck sofort einen neuen Partner suchen zu müssen, sondern Mensch und Frettchen haben genügend Zeit zu trauern.

  • Eine ähnliche Situation entsteht, wenn eines der beiden Tiere schwer krank wird. Leider gibt es sehr lang anhaltende oder unheilbare Krankheiten. Ein schwer krankes Tier kann dem Partner nicht mehr ausreichend „Gesellschaft“ leisten. Das gesunde Tier ist nicht mehr ausgelastet und fühlt sich einsam. Wenn in dieser Situation ein neues Tier in die Gruppe vergesellschaftet werden soll, besteht die Möglichkeit, dass sich der Zustand des kranken Tieres verschlechtert oder aufgrund des hohen Stresslevel sogar verschlimmert und letztendlich zum Tode führt.


  • Nun wird aber mancher sagen, ich kann mir keine drei Frettchen leisten! Die reinen Haltungskosten (Streu, Trockenfutter, Fleisch) sind nur minimal höher als bei zwei Frettchen. Was man beachten sollte, sind die Tierarztkosten. Allerdings sind Tierarztkosten auch bei zwei Tieren ein unkalkulierbares Risiko. Hier ist es ratsam, sich eine Tierarztkosten-Kasse anzulegen, in die monatlich ein fixer Betrag einbezahlt wird.

    Frettchen und die Stubenreinheit

    Dies ist ein sehr wichtiger Punkt, über den man sich vor der Anschaffung klar sein sollte. Die meisten Frettchen kennen den Sinn eines Klos und benutzen dieses auch. Allerdings werden die wenigsten Frettchen zu 100% stubenrein, so dass immer damit gerechnet werden muss, dass auch mal was daneben geht.

    Vor allem Holzböden (Laminat, Parkett), oder auch Korkböden, sind sehr empfindlich. Die Gefahr ist groß, dass der Urin dort einzieht und a) den Boden kaputt macht (Laminat quillt z.B. auf) und b) es dort immer nach Klo riecht, was die Frettchen natürlich animiert, wieder dort hinzumachen. Fliesen und PVC eignen sich wiederum sehr gut. Sie sind widerstandsfähig, feuchtigkeitsunempfindlich, und lassen sich gut reinigen.

    Tipps um die Klotrefferquote zu steigern:

  • Genügend Klos aufstellen (vor allem in beliebte Ecken)

  • Kuscheldecken drapieren. Sollte das nicht ausreichen, etwas TroFu darüber streuen (Frettchen sind in der Regel sehr reinliche Tiere und machen nicht auf ihre Schlaf- und Futterplätze – Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel)

  • beliebte Stellen gründlichst reinigen, sodass es dort für die Frettchen nicht nach Klo riecht

  • wenn die Klos komplett verweigert werden, evtl. Katzenstreu wechseln

  • Klos mit niedrigem Einstieg wählen
  • „Wohnst du noch oder lebst du schon?“ Oder: Wie fühlen sich Frettchen wohl?

    Zunächst das Wichtigste vorne weg: Frettchen sind keine Käfigtiere! Sie sind sehr agile Tiere mit einem hohen Bewegungsdrang. Frettchen brauchen viel Auslauf und zwar über den Tag verteilt. Sie sind tagsüber immer wieder wach und benötigen dann viel Platz für Spaß und Action. Die Grundfläche eines Geheges, in das Frettchen länger als nur ein paar Minuten zum Putzen, oder bei Besuch sollen, muss laut TVT-Merkblatt mindestens 6m² pro Pärchen, für jedes Weitere 1qm zusätzlich aufweisen. (Grundfläche bedeutet hier reine Lauffläche!)
    Lauffläche = Grundfläche abzüglich Katzenklo, Futterplatz, Schlafhöhle usw.
    Dazu kommen mehrstündige Ausläufe am Tag.

    Dies gestaltet sich im Alltag (Beruf, Hobbies, Privatleben) auf Dauer durchaus als schwere bis unmögliche Aufgabe.

    Aber es gibt ja noch andere Möglichkeiten:

  • Freie Wohnungshaltung

  • Frettchenzimmer (mit Auslauf in der Wohnung)

  • freie Zimmerhaltung z.B. im Wohnzimmer (mit Auslauf in der Wohnung)

  • Außenhaltung
  • Freie Wohnungshaltung

    Hier dürfen die Frettchen einfach die ganze Wohnung unsicher machen. Auch können sie sich immer frei bewegen, spielen etc. Sie sind also nicht auf ihren Besitzer angewiesen, was Auslauf o.ä. angeht. Viele Frettchen sind dadurch ausgeglichener und ruhiger, wenn sie permanent die Möglichkeit haben, ihrem natürlichen Bewegungs- und Erkundungsdrang nachzugehen. Wichtig ist es hierbei seine Wohnung frettchensicher zu gestalten und frettchengerecht einzurichten:

  • Wem seine Pflanzen lieb sind, sollte sie außer Reichweite der Frettchen stellenansonsten freuen sich die Frettchen über eine Buddelmöglichkeit

  • Putzmittel in Schränke stellen, so dass die Frettchen nicht dran kommen Vergiftungsgefahr!

  • Ausreichend niedrige Klos bereit stellen. Hohe und geschlossene Toiletten werden von Frettchen ungern benutzt

  • Frettchen bunkern gerne Fleisch, deswegen regelmäßig die ganze Wohnung nach Resten absuchen, damit nichts verdirbt. Besonders in schlecht zugänglichen Stellen wie bspw hinter Schränken oder unter der Couch

  • Deko auf Frettchenhöhe: Sie werden es lieben, sie runter zu werfen

  • Einige Frettchen bekommen Schranktüren auf, also wenn ihr keine Frettchen im Schrank finden möchtet: absichern

  • Lebensmittel außerhalb von Frettchens Reichweite stellen, sonst gilt Diebstahlgefahr

  • Manche Frettchen lieben es auf den Tasten von Fernbedienungen herum zu kauen vorsicht kann zu lebensgefährlichem Darmverschluss führen Also auch hier gilt: außerhalb von Frettchens Reichweite legen

  • Frettchen sollten natürlich ausreichend Kuschelplätze in Form von Decken, Kuschelbettchen und Körbchen, etc. und Spielmöglichkeiten wie Röhren, Bällebad, Kratzbaum,… bekommen


  • Frettchenzimmer

    Eine der am einfachsten und ohne viel Kosten umsetzbare Haltung. Ein ganzes Zimmer wird den Frettchen überlassen, in dem sie auch toben, laufen und rennen können, wenn der Dosi nicht da ist. Zusätzlich sollte es Auslauf in der Wohnung geben. Der Gestaltung des Zimmers sind keine Grenzen gesetzt: Kuschelsachen, Kratzbäume, Röhren, Tunnel, Häuschen, Kisten etc. Bei der Auswahl des Bodens sind PVC oder Fliesen zu empfehlen. Diese sind, wie bereits erwähnt, einfach zu reinigen, wenn Futtertiere oder Fleischstücke geschüttelt werden und somit Reste oder Knochen an Boden und Wand kleben bleiben.
    Bei den Bildern findet ihr Anregungen, wie ihr ein Frettchenzimmer einrichten könnt, der Phantasie sind dabei natürlich keine Grenzen gesetzt.

    Freie Zimmerhaltung

    Auch diese ist sehr einfach umzusetzen. Hier benutzen die Frettchen einfach ein ausgewähltes Zimmer mit, sei es das Wohnzimmer, ein WG-Zimmer oder das „Kinder“-zimmer zu Hause. Hier gilt es natürlich auch das Zimmer frettchensicher zu gestalten und für die Frettchen das Zimmer mit Kuschel- und Spielmöglichkeiten auszustatten.
    Auch hierzu findet ihr Anregungen dazu in den Bildern.

    Außenhaltung

    In Außenhaltung gilt ein Mindestmaß von 10m² Lauffläche pro Frettchenpaar, für jedes Weitere 1qm mehr. Allerdings ist hier nicht weniger mehr, sondern je mehr Platz, desto besser. Bitte bedenken, dass die Frettchen hier den ganzen Tag verbringen und KEINEN zusätzlichen Auslauf bekommen können. Auch sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass die Gruppe vielleicht mal vergrößert werden möchte und dann auch mehr Platz benötigt wird. In der Außenhaltung gibt es einige Dinge, die im Gegensatz zur Innenhaltung beachtet werden müssen:

  • Frettchen benötigen isolierte Schlafkisten, damit sie sich im Winter aufwärmen können und nicht erfrieren. Zusätzlich sollte noch ein Schutzhäuschen, wie z.B. ein Gartenhäuschen o.ä. zur Verfügung stehen, das mit Kuschelsachen ausgestattet wird. Hier sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sich der Besitzer im Häuschen auch wohl fühlt. Schließlich muss er sich auch bei stürmenden Regen oder Schneefall in dem Häuschen aufhalten. Aber auch hier wird Isolation benötigt! Entweder es befindet sich eine isolierte Schlafkiste im Häuschen oder die Wand des Häuschens wird von allen Seiten, besonders vom Boden her, isoliert.

  • Das Gehege muss von oben (gegen Greifvögel) und von unten (Frettchen buddeln gerne) ein- und ausbruchsicher gestaltet sein. Eine Sicherung von unten kann z.B. in den Boden eingelassener Draht sein, es werden Waschbetonplatten im Gehege verlegt, oder das ganze Gehege wird auf ein Fundament gestellt

  • Im Winter muss gewährleistet sein, dass das Wasser nicht einfriert. Hierzu gibt es beheizte Trinkbrunnen oder Heizelemente aus dem Terraristikbereich

  • Das Gehege sollte generell so abgesichert sein, dass die Frettchen nicht raus, aber auch andere Tiere oder fremde Menschen nicht rein kommen können. Auch sollte so gebaut werden, dass von außen nichts ins Gehege geworfen werden kann (Giftköder o.ä.)

  • Bitte keinen Rindenmulch verwenden! Schimmelgefahr!

  • Das Gehege darf auf keinen Fall in der prallen Sonne stehen. Frettchen in Außenhaltung sind zwar robuster, dennoch besteht bei Temperaturen von über 30 °C Hitzschlaggefahr! Es empfiehlt sich, ein Thermometer im Gehege (evtl. im Gartenhäuschen) anzubringen. Sollte die Temperatur im Gehege oder Gartenhäuschen über 30 °C steigen, müssen die Frettchen an einen anderen, kühleren Ort gebracht werden.


  • Generell ist Außenhaltung nicht jedermanns Sache, man muss bereit sein, sich bei jedem Wind und Wetter zu seinen Tieren zu setzen, um Zeit mit ihnen zu verbringen. Vor allem im Winter, wo man die Frettchen auf Grund des dicken Fells nicht mit in die warme Wohnung (Hitzschlaggefahr!) nehmen kann. Auch ist der Bau eines Außengeheges mit mehreren 1000€ nicht gerade günstig. Zudem braucht man auch ausreichend Platz im Garten.

    Grundsätzlich ist so gut wie jedes Frettchen (bis auf wenige Ausnahmen) für die Außenhaltung geeignet. Ein Frettchen aus Innenhaltung kann man jedoch nicht einfach zu jeder Jahreszeit raus setzen. Am besten eignet sich hierfür Frühling / Sommer, wenn es in den Nächten nicht mehr kalt ist. Wichtig ist es dann, dass die Tiere den Jahreszeitenwechsel vom Sommer zum Herbst und dann zum Winter mitbekommen, damit sie ein ausreichend dickes Winterfell ausbilden können.

    Generell ist Außenhaltung nicht jedermanns Sache. Man muss dazu bereit sein, sich bei jedem Wind und Wetter zu seinen Tieren zu setzen, um Zeit mit ihnen zu verbringen. Auch ist der Bau eines Außengeheges mit mehreren 1000€ nicht gerade günstig. Zudem braucht man auch ausreichend Platz im Garten. Grundsätzlich ist so gut wie jedes Frettchen (bis auf wenige Ausnahmen) für die Außenhaltung geeignet. Ein Frettchen aus Innenhaltung kann jedoch nicht einfach zu jeder Jahreszeit rausgesetzt werden. Am besten eignet sich hierfür Frühling / Sommer, wenn es  in den Nächten nicht mehr kalt ist. Wichtig ist es dann, dass die Tiere den Jahreszeitenwechsel vom Sommer zum Herbst und dann zum Winter mitbekommen, damit sie ein ausreichend dickes Winterfell ausbilden können

    Einrichtungs - und Beschäftigungsideen:

  • Drainageröhren

  • Raschelspielzeug (Rascheltunnel, Raschelsäcke etc.)

  • Kratzbaum

  • Papiertüten (Tragegriff abschneiden, Erdrosselungsgefahr)

  • Buddelkisten mit Sand, Erde, Moos, Laub, Nudeln oder Reis

  • Bällebad

  • Kuschelbettchen, Körbchen in allen Varianten

  • Pappkartons mit Zeitung oder geschreddertem Papier

  • Verpackungschips aus Maisstärke (und nur die, die anderen aus Plastik können einen Darmverschluss verursachen!)

  • Katzenangel / Pferdegerte

  • leere Plastikflaschen

  • Weitere Beispiele: Zubehör, Spielzeug