Pflanzliche Nahrung ist für Frettchen nicht geeignet. Die Cellulose kann nicht gespalten werden. Und der hohe Gesamtkohlenhydratanteil (Zucker, Stärke usw) pflanzlicher Nahrung ist schädlich für die Tiere und führt zu Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Insulinom.

Bekommen Frettchen trotzdem ungeeignete Nahrung in der Obst, Gemüse, Getreide, Zucker, Stärke etc. enthalten ist, können sie an einem Insulinom oder anderem erkranken. Pflanzliche Nahrung, die im Magen eines Futtertieres ist, wurde bereits aufgespalten, sodass die Frettchen diese Pflanzenreste verwerten können.
Frettchen sind obligate Carnivoren, das bedeutet, sie sind reine Fleischfresser und nichts anderes sollten sie auch bekommen. Fleisch/ Futtertiere müssen JEDEN Tag ausgewogen, abwechslungsreich und ROH gefüttert werden.

Die beste Ernährung besteht aus toten (Lebendfütterung ist in Deutschland verboten!) Futtertieren wie:

Mäuse, Ratten, Springer, Eintagsküken, Kaninchen, Meerschweinchen, etc.
Und Fleisch von:

Huhn, Pute, Truthahn, Wachtel, Taube, Ente, Gans, Hase, Rind, Pferd, Ziege, Schaf, Wild.

Dabei sollte aber nicht nur das reine Fleisch, sondern auch Flügel, Schenkel, Herz, Magen, Hals, Knochen, Sehnen und Durchwachsenes, auf dem Speiseplan stehen.

Filterorgane wie Leber und Niere, sollten nur etwa einmal im Monat verfüttert werden. Zu häufige Fütterung führt zu einem Vitamin A -Überschuss.

Fisch eignet sich ebenfalls für einen abwechslungsreichen Futterplan. Allerdings sollten bei häufiger Fütterung nur thiaminasefreie Fischen gegeben werden, wie z.B.

Süßwasserfische: Aal, Bachforelle, Seeforelle, Regenbogenforelle, amerikanischer Flussbarsch/ Flussbarsch/ Schwarzbarsch, Hecht

Salzwasserfische: Dorsch, Heilbutt, Seelachs/ Köhler, Lachs/ Salm, Makrele, Meeräsche, Dorade/ Meerbrasse, Rotbarsch, Scholle, Seehecht/ Meerhecht, Silberlachs, Kabeljau Schellfisch, Seezunge, Sprotte, Rochen, Pangasius

Wird lediglich einmal pro Woche Fisch gefüttert, ist der Thiaminasegehalt zu vernachlässigen, es kann kein Vitamin B1 Mangel entstehen.

Auf keinen Fall darf rohes Schwein oder Wildschwein gefüttert werden! Dieses kann den für Frettchen tödlichen Aujeszky-Virus (Pseudowut) enthalten. Gekochtes Schweinefleisch ist ungefährlich und wird häufig in Nassfutter verwendet. Da gekochtes Fleisch aber keine Vorteile bei der Fütterung mit sich bringt, kann komplett darauf verzichtet werden.

Trockenfutter (TroFu)

Reine Trockenfutter-Fütterung ist extrem ungesund, da Frettchen sehr stark zu Nierenproblemen neigen und aufgrund dessen viel Flüssigkeit zu sich nehmen müssen. Wie der Name schon sagt, ist in Trockenfutter kaum Wasser enthalten.

Tockenfutter sollte lediglich als "Lückenfüller" zur Verfügung stehen, wenn das Fleisch schon gefressen ist und die nächste Fütterung noch bevorsteht. Es gibt mittlerweile relativ gute Trockenfuttersorten für Frettchen. Auch hochwertiges Katzentrockenfutter eignet sich hierfür. Wichtig ist, dass mind. 2-3 Sorten vermischt werden. Besonders im Welpenalter ist es von Bedeutung, die Kleinen an verschiedene TroFu’s zu gewöhnen, da sie sonst zu "Futterspezialisten" werden und sich nur schwer umstellen lassen.

Bei der Trockenfutterauswahl sollte auf folgendes geachtet werden:

Fleischgehalt: >80%
Rofettghalt: >20%
Rohprotein: >40%
Taurin: >3000mg/kg
Kohlenhydratgehalt: <10%
Folgende Sorten sind zu empfehlen:
Nassfutter (NaFu)

Auch der beste Dosi kann vergessen, frisches Fleisch aufzutauen. Hier kann zur Abwechslung auch mal zu hochwertigem Nassfutter gegriffen werden. Aber Vorsicht: eine stetige Nassfutter-Fütterung begünstigt Zahnstein (mehr dazu unter Krankheiten).

Auch beim Nassfutter sollte wieder auf die Zusammensetzung geachtet werden. Ideal ist, wenn keine anderen Inhaltsstoffe als Fleisch enthalten sind.

Folgende Sorten sind gut geeignet:

Leckerlies

Pasten für Katzen sind besonders beliebt bei Frettchen, (Vitamin/Malz/Taurin/Lachs)

Leider enthalten sie viel Zucker, und dies ist reines Gift für Frettchen. Deshalb sollte damit äußerst sparsam umgegangen werden und nur bei Tierarztbesuchen, Krallenschneiden oder Ohrenreinigen zum Einsatz kommen.

Trockenfleisch für Hunde oder Katzen wird gerne als Leckerchen genommen und kann bedenkenlos verfüttert werden. Hierbei muss wieder auf die Zusammensetzung geachtet werden. Das Fleisch sollte keine weiteren Zusätze enthalten.

Beispiele für geeignetes Trockenfleisch:
Generell ist von Leckerlis, welche in eine bestimmte Form gepresst wurden, abzuraten.

Mit einem Dörrautomaten kann Trockenfleisch auch selbst hergestellt werden.

Ei, ob von Huhn, Ente oder Wachtel, wird immer wieder gerne genommen. Jedoch sollte im rohen Zustand entweder das ganze Ei oder nur das Eigelb verfüttert werden. Rohes Eiweiß enthält Adivin, dieses bindet das für Frettchen überlebenswichtige Biotin (im Eigelb enthalten) und verhindert dessen Resorbtion im Darm.

Wasser

Wie erwähnt neigen Frettchen zu Nierenproblemen. Deshalb sollte immer ausreichend Wasser zur Verfügung stehen. Optimal sind diverse Trinkbrunnen (z.B. Lucky Kitty). Das fließende Wasser regt die Frettchen zum Trinken an. Aber auch große, schwere Näpfe oder im Sommer ein seichter Pool, sind sehr beliebt. Frettchen planschen und spielen meist mit dem Wasser, bevor sie es trinken.

Auf gar keinen Fall Nippeltränken verwenden. Diese führen zu Haltungs- und Zahnschäden, zudem nehmen die Frettchen zu wenig Flüssigkeit auf.

Futterumstellung

Bei Welpen eines verantwortungsvollen Züchters, fressen die Kleinen normalerweise alles, da sie früh genug abwechslungsreich gefüttert wurden. Bei Welpen aus Vermehrungen oder auch bei Abgabetieren ist dies häufig nicht der Fall. Natürlich sollte das minderwertige Futter aus Gesundheitsgründen nicht weiter verfüttert werden. Frettchen sind sehr eigen was Futter angeht. Frei nach dem Motto "Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht". Das Futter muss langsam von „schlecht“ auf „gut“ umgestellt werden. Radikal geht meist nicht und sie verweigern das Futter. Eine Futterumstellung kann mehrere Monate andauern.

Tipps zur Futterumstellung:

Trockenfutter:
Das neue hochwertige Futter minimal unter das Alte mischen und stetig die Mischung auf das Hochwertige erhöhen. Wird das "neue" Futter aussortiert, beide Trockenfutter mit Wasser einweichen und zu einem Brei verrühren. Leckerchen darunter mischen z.B. Ei, Paste, Hipp Babybrei Bio Huhn oder Rind, oder Gewolftes. Dran bleiben und durchhalten!

Fleisch/Futtertiere:
Nicht jedes Frettchen mag auch jedes Fleisch. Besonders beliebt ist aber Geflügel. Das Fleisch wolfen und mit beliebten Leckereien wie z.B Paste, Ei, Hipp Babybrei Bio Huhn oder Rind, vermischen. Auch aus der Hand geben oder der bekannte Futterneid helfen dabei. Als Alternative kann das Fleisch mit einer Panierung aus Trockenfutterbröseln angeboten werden. Bei Futtertieren und Fleisch mit Knochen, ist es meist schwieriger

Futtertiere z.B aufschneiden, an eine Katzenangel zum Spielen hängen, mit Paste und Ei oder Blut beschmieren, oder anwärmen. Fleisch und Futtertiere aus dem Mixer können ebenfalls angeboten werden. Auch hier dran bleiben und ausprobieren!