Allergie

Was ist eine Allergie


Bei einer Überempfindlichkeit des Immunsystems gegen körperfremde Stoffe spricht man von einer Allergie. Diese allergieauslösenden Stoffe werden Allergene oder Antigene genannt.
Allergien sind nicht angeboren, lediglich die Veranlagung dazu kann vererbt werden. Bestimmte Einflüsse können ebenfalls den Ausbruch einer Allergie begünstigen. Der Körper kann bei erstmaligem Kontakt mit einer betreffenden Substanz reagieren, oder erst nach mehrmaligem Kontakt. Das bedeutet, dass ein körperfremder Stoff jahrelang keine Reaktionen hervorruft, sich eine Allergie dagegen trotzdem irgendwann entwickeln kann.

Verschiedene Allergiearten


Es gibt viele verschiedene Arten von Allergien. Am interessantesten sind für uns die Inhalationsallergie, die Kontaktallergie und die Futtermittelallergie. Wie der Name schon sagt, geht es bei der Inhalationsallergie um das Einatmen von Allergenen. Dies können z.B. Pollen, Kot von Milben, Schimmelpilze, chemische Substanzen und ähnliches sein.
Bei der Kontaktallergie wird das Augenmerk unter anderem auf Putzmittel, Oberflächenbehandlungen und Bodenbeläge gelegt.
Eine Futtermittelallergie kann durch die Aufnahme diverser Nahrungsmittel ausgelöst werden. Häufig sind dies Proteinquellen wie zum Beispiel Hühnerfleisch und Lachsöl. Zusätze wie Getreide, Stärke, Öle und Hefen sind häufige Allergene aus industriellen Futtermitteln.
Katzenstreu und ähnliches kann bei allen Arten von Allergien zugeordnet werden. Die Frettchen haben mit den Pfoten direkten Kontakt mit der Katzenstreu, der Staub wird eingeatmet und durch Fellpflege oder anhaften an Futtermitteln aufgenommen.
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Symptome


Eine Allergie beim Frettchen äußert sich in der Regel durch Juckreiz, tränende Augen, Schnupfen, Husten, Hautveränderungen, Magen-Darmbeschwerden, verstopfte Analdrüsen und geschwollenen Lymphknoten. Selbstverständlich können hiervon nur einzelnen oder mehrere Beschwerden gleichzeitig auftreten. Außerdem sind völlig andere, hier nicht aufgezählte Beschwerden, möglich.

Diagnose


Die Diagnose einer Allergie ist nicht einfach. Hierzu sollte auf den Rat des behandelnden Tierarztes gehört werden. Durch die Verabreichung von Cortison kann eine Besserung der Beschwerden hervorgerufen werden, woraus auf eine Allergie geschlossen werden kann. Aufschlussreicher ist eine Messung der Antikörper (IgE und IgG) im Blut, welche jedoch etwas kostspieliger ist. Bei dieser Art des Allergietests können einige Allergene genau bestimmt werden. Dies ist jedoch ebenfalls nur als Anhaltspunkt zu sehen, da nicht alle möglichen Allergene oder Kreuzallergien bestimmt werden können.
Im nächsten Absatz wird die Ausschlussmethode erklärt, sie ist ebenfalls als dritte Art der Diagnose anzusehen.
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Ausschlussmethode


Unabhängig von der Ausgansdiagnose der Allergie müssen sämtliche Allergene herausgefunden und anschließend vermieden werden. Hierzu wird eine möglichst umfangreiche Veränderung der äußeren Einflüsse und eine Ausschlussdiät durchgeführt.
Es wird nur noch eine, am besten unbekannte, Proteinquelle gefüttert. Hierzu bieten sich exotische Fleischsorten wie zum Beispiel Strauß oder Guanako an. Es wird nichts Anderes gefüttert, weder Leckerlis, noch Pasten oder Öle.
Zusätzlich werden alle möglichen Allergene im Umfeld versucht zu beseitigen. Reinigungsmittel muss gewechselt werden, anstelle dessen bietet sich Essigessenz im Putzwasser an. Waschmittel wird zum Beispiel durch Waschnüsse oder ein anderes neutraleres ersetzt, nicht nur für die Frettchenwäsche. Weichspüler wird komplett weggelassen. Die parfümierte Seife gegen ein Stück Kernseife tauschen. Das Katzenstreu gegen ein anderes neutrales tauschen. Es muss versucht werden, jegliches mögliche Allergen aus dem Umfeld des Frettchens zu entfernen.
Leider ist es mit dem einfachen Austausch oder Weglassen der Stoffe nicht getan. Das Umfeld, in den meisten Fällen die Wohnung, muss bestmöglich „dekontaminiert“ werden. Jedes Staubkorn oder Protein des möglichen Allergen muss entfernt werden. Hierzu eignet sich ein vorgezogener ausgiebiger Frühjahrsputz. Schrankwände und Wände müssen abgewischt werden, da sich dort Staub aus dem Katzenklo anheftet. Kissen Waschen, Sofa abwischen bzw. absaugen. Fettspritzer um den Grill entfernen. Bitte mache dir ausgiebig Gedanken, welche Möglichkeiten bei dir gegeben sind. Selbstverständlich ist dies ein riesiger Akt, es ist jedoch wichtig, dass dies äußerst gewissenhaft durchgeführt wird, da der gesamte Aufwand ansonsten umsonst gewesen sein könnte.

Ausschlussdiät


Nachdem alle Maßnahmen getroffen wurden beginnt die Ausschlussdiät. Die Diät sowie die Maßnahmen sind sechs Wochen lang einzuhalten. Bereits nach zwei bis vier Wochen sollten erste Erfolge sichtbar sein. Während der einseitigen Ernährung innerhalb der Ausschlussdiät sind keine Mangelerscheinungen zu befürchten.

Nach Ablauf der sechswöchigen Maßnahme wird begonnen eine weitere Fleischsorte zu füttern und bei Bedarf zu supplementieren. Optimal ist es, wenn als erste weitere Proteinquelle die Maus als komplettes Futtertier in den Speiseplan eingebaut wird. Somit ist kein weiteres Supplementieren nötig. Alternativ kann ich „Felini Complet“ als Komplettsupplement empfehlen, da dieses laut Hersteller hypoallergen (Proteine sind verändert und werden vom Körper nicht als Allergene erkannt) ist. Nach und nach können nun in ein- oder zweiwöchigen Schritten weitere Proteinquellen hinzugefügt werden. Ebenfalls können Putzmittel, Streu und andere Veränderungen nach und nach getestet werden. Da sich kein Mensch alle Veränderungen in Detail merken und später rekonstruieren kann, folgt nun ein weiterer wichtiger Tipp.

Das Allergietagebuch


Ein Allergietagebuch ist unerlässlich. In dieses Tagebuch werden jegliche Veränderungen notiert. Sei es eine Veränderung am Futtermittel, der Streu, deiner Handcreme oder auch an dem Befinden des Frettchens. Nur anhand dieser Informationen lassen sich im Nachhinein die Allergene einfach und zielsicher finden. Es kann Tage oder wenige Wochen dauern, bis erkennbare Symptome einer Allergie auftreten. In diesem Fall kann mithilfe des Allergietagebuch das Allergen bestimmt werden.
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Medikamente


Eine dauerhafte medikamentöse Behandlung ist, solange es andere Möglichkeiten gibt, nicht die richtige Wahl. Daher erläutere ich abschließend lediglich kurz die Behandlung mit Medikamenten.
Mit der Einnahme von Cortison wird das Immunsystem „heruntergefahren“ und der Körper reagiert nicht mehr auf die Allergene. Cortison ist ein äußerst vielseitiges und wirkungsvolles Medikament. Aufgrund der starken Nebenwirkungen ist von einer dauerhaften Einnahme dringend abzuraten.
Gegen allergischen Juckreiz kann „Apoquel“ helfen. Auch dieses Medikament verändert die Aktivität des Immunsystems, was zu einer ausbleibenden Reaktion auf den Kontakt mit Allergenen führen kann. Bei einer Nutzen-Risiko-Abwägung wird man in der Regel feststellen, dass „Apoquel“ aufgrund der Nebenwirkungen nicht als dauerhafte Medikation in Frage kommen sollte.
Cetirizin, bekannt aus der Heuschnupfentherapie, kann ebenfalls bei Frettchen mit Allergien eingesetzt werden. Durch allergische Reaktionen wird Histamin ausgeschüttet, dass dafür sorgt, dass Blutgefäße erweitert werden und dadurch juckende Rötungen und Schwellungen entstehen. Cetirizin blockiert die Bindungsstellen des Histamins und sorgt dafür, dass dessen Wirkung abgeschwächt beziehungsweise aufgehoben wird. Cetirizin hat zwar wenige Nebenwirkungen, kann aber bei der Erfolgsquote der anderen Medikamente nicht mithalten.
Dosierungen der einzelnen Medikamente wurden absichtlich nicht genannt, da jede Behandlung mit einem erfahrenen Tierarzt abgesprochen werden muss.

Eine weitere Möglichkeit zur Minderung allergischer Hautveränderungen ist ein spezielles Allergie Shampoo. Hierzu wird das Frettchen mit z.B. Virbac Allermyl Shampoo gebadet. Nach 5 bis 10-minütiger Einwirkzeit soll sich die Haut beruhigen. Wöchentlich mehrmalige Anwendungen können nötig sein. Ich konnte mit dieser Methode keinerlei Erfolge verbuchen.
Für Moccacino, mein allergiegeplagtes Frettchen auf den Beispielbildern, konnte ich eine hypoallergene Umgebung schaffen, sodass mittlerweile keinerlei Beschwerden erkennbar sind. Das wichtigste ist, dass die Lebensqualität wiederhergestellt und aufrechterhalten wird.

Ich wünsche dir und deinem Frettchen alles Gute.
Sollte es noch Fragen geben, stehe ich gerne zur Verfügung.
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